Amazon Echo – Erste Erfahrungen

Seit dem 06.11.2014 ist Amazon Echo sowie der Amazon Echo Dot in den USA verfügbar. Seit Ende 2016 besteht auch die Möglichkeit dieses Gerät in Deutschland über eine Einladung zu bekommen. Für eine Einladung konnte man sich bewerben bzw. eine Anfrage stellen. Ich habe am 01.01.2017 eine solche Anfrage für eine Einladung gestellt und bereits am 20.01.2017 eine Einladung zum Kauf des Amazon Echo und / oder Amazon Echo Dot erhalten. Mit dieser Einladung konnte man sich beide Geräte kaufen. Seit dem 13. Februar 2017 ist es nun soweit: Amazon Echo und Amazon Echo Dot können nun, wie jedes andere Produkt auf Amazon, gekauft werden.

Amazon Echo vs. Amazon Echo Dot

Der Amazon Echo kann in zwei Varianten erworben werden: als Amazon Echo und Amazon Echo Dot. Der Echo Dot, mit einer Höhe von 32mm und einem Durchmesser von 83mm ist dabei die kleinere Variante des Echos. Von den Funktionen bietet diese kleinere Varianten den gleichen Umfang. Aus technischer Sicht ist es aber eine etwas schächere Version mit einem kleineren Lautsprecher. Auch die manuelle Lautstärkeregelung ist beim Echo Dot durch zwei Schalter („lauter“ und „leiser“) gelöst während bei der großen Variante, mit einer Höhe von 235mm und ebenfalls einem Durchmesser von 83mm, ein Lautstärkerad im oberen Bereich vorhanden ist. Der Echo Dot hat zusätzlich einen Klinkenanschluss um diesen an eine Stereoanlage anschließen zu können und dadurch die Audioausgabe zu verbessern. Diese Möglichkeit hat die größere Variante nicht, benötigt diese aber auch nicht da der eingebaute Lautsprecher einen sehr guten Klang und eine ordentliche Lautstärke liefert. Die Lautstärke kann neben der manuellen Einstellung natürlich auch per Sprache angepasst werden („Alexa, lauter!“, „Alexa, leiser!“ oder „Alexa, Lautstärke [1 -10]“). Die Spracherkennung ist sehr gut, selbst wenn einige Hintergrundgeräusche vorhanden sind. Durch die sieben eingebauten Mikrofone und die Fernfeld-Spracherkennung erkennt das Amazon Echo aus welchem Winkel der Wohnung oder des Raumes die Sprache kommt. Durch die Erkennung der Richtung können dann die überflüssigen Hintergrundgeräusche ausgefiltert werden. Die Richtung wird durch eine Markierung im Farbring angezeigt. Der Amazon Echo erkennt dabei Anfragen welche durch ein Aktivierungswort beginnen. Standardmäßig ist hier „Alexa“ eingerichtet, lässt sich aber durch die App oder die Web-Oberfläche in eines der folgenden Wörter ändern: „Amazon“, „Echo“ oder „Computer“.

Einrichtung

Die Einrichtung des Amazon Echo ist sehr einfach und kann über die Alexa-App oder die Web-Oberfläche vorgenommen werden. Der erste und wichtigste Schritt, ohne den die Verwendung von Amazon Echo nicht möglich ist, ist die Verbindung zum WLAN. Da die Anfragen über die Cloud verarbeitet werden, muss eine ständige Verbindung zum Internet bestehen. Danach ist Amazon Echo eingerichtet und Alexa kann zu einem sprechen bzw. Anfragen annehmen und verarbeiten. Eines der nächsten Dinge welche ich direkt einstellen würde, ist das Bestellverhalten. Man kann mit dem Amazon Echo auch Bestellungen über Amazon aufgeben. Diese Einstellung kann man unter „Einstellungen“ -> „Spracheinkauf“ deaktivieren. Sicherlich eine tolle Sache aber gerade durch Fälle aus den USA in welchen durch die Aussage eines Reporters versehentlich Bestellungen über alle horchenden Echos aufgegeben wurden, vielleicht nicht ganz so praktisch. Ansonsten dient die App eigentlich nur zur Kontrolle und Konfiguration von Alexa bzw. dem Amazon Echo. Alle Anfragen an Alexa können dort in einem Verlauf angezeigt werden. Fragt man Alexa nach Informationen kann man dort weitere Details hierzu einsehen. Über die App kann man aber auch Amazon bei der Weiterentwicklung von Alexa unterstützen, indem man Feedback zu den Anfragen gibt. Entweder positiv weil Alexa die Anfrage verstanden und umgesetzt hat oder negativ bzw. eine detaillierte Meldung was Alexa nicht verstanden hat, jedoch hätte verstehen müssen. Soweit ich im Netz das Feedback anderer Nutzer gesehen habe, ist Amazon in diesem Punkt sehr engagiert und bestrebt Alexa zu verbessern um so auch die Nutzererfahrung zu verbessern.

Funktionen und Einsatz

Amazon Echo kann zum Anlegen von Aufgabenlisten, Erstellen von Timern und Weckern sowie zur Abfrage von kurzen Informationen verwendet werden. Es können dabei Informationen aus vielen verschiedenen Bereichen abgefragt werden. Neben Wetter- und Verkehrsinformationen kann auch Musik über Amazon Music oder Spotify Premium sowie Hörbücher über Audible abgespielt werden. Es ist außerdem möglich Heimautomation über den Amazon Echo zu organisieren. Viele Smart Devices sind bereits auch in Deutschland mit dem Amazon Echo kompatibel. Wie zuverlässig diese Dinge funktionieren kann ich leider nicht beurteilen. Das ein oder andere Smart Device wie zum Beispiel Lampen und Steckdosen sind sicherlich sehr praktisch im Zusammenspiel mit Amazon Echo.

Vorteile

Ich konnte nun bereits einige Wochen Amazon Echo sowie die darüber zur Verfügung stehende künstliche Intelligenz „Alexa“ testen und bin positiv überrascht. Ich kannte bisher Sprachsteuerungen nur sehr starr und eingeschränkt (Ich habe auch seit langer Zeit keine solchen Systeme mehr verwendet). Alexa versteht fast jedes Wort aus jedem Winkel meiner Wohnung. Dazu habe ich diese zentral platziert so dass ich aus beinahe jedem Raum Kontakt herstellen kann. Funktionen wie das Stellen eines Weckers oder Timers über die Sprachsteuerung sind sehr praktisch. Das Abspielen von Musik ist ebenfalls sehr gut möglich. So lassen sich standardmäßig Songs aus der Amazon Music Bibliothek abspielen. Es wird hier der verbundene Amazon Account verwendet. Über die App oder die Online-Anwendung lässt sich aber auch Spotify verbinden, wozu jedoch ein Spotify Premium-Account benötigt wird.

Ein weiterer Bereich welcher ebenfalls sehr praktisch sein kann ist die Funktion des Smart Homes. Also sämtliche Geräte und Sensoren der Wohnung mit Alexa zu verbinden und per Sprache zu steuern. Ich habe leider noch keine entsprechenden Geräte so dass ich hierzu keine Erfahrungen habe. Aber alleine die Vorstellung die Raumtemperatur, den Strom oder das Licht in verschiedenen Bereichen der Wohnung allein durch die Sprache zu steuern ist einfach genial. Auf dem deutschen Markt sind bereits viele Geräte verfügbar. Es handelt sich dabei meist um Smart Home Devices verschiedener Anbieter welche auch ohne Alexa wunderbar funktionieren, dort jedoch nur über die entsprechende App des Anbieters. Alexa bietet hier die zentrale Steuerung per Sprache an.

Nachteile

Große Nachteile im Alltag sehe ich erstmal keine außer dass man sich durch Amazon Echo einen Lautsprecher in die Wohnung holt, welcher einem ständig zuhört. In Zeiten der Überwachung natürlich das Tool um in all die Wohnzimmer hören zu können. Über die App kann man sich außerdem das Ausmaß der Datenspeicherung ansehen. Jede Anfrage an Alexa wird in der App oder Online-Anwendung angezeigt und kann ebenfalls dort nochmal abgespielt werden. Diese Daten befinden sich nicht in den eigenen vier Wänden sondern auf den Servern von Amazon. Natürlich auch um die Sprachfunktionen kontinuierlich zu verbessern und die Anfragen zu verarbeiten. Aber eines sollte man sich immer merken: es handelt sich um einen Cloud-Service. Alles was man möchte wird erstmal in die Cloud gesendet und analysiert. Wenn man also weiterhin nach Amerika einreisen möchte, sollte man sich immer gut überlegen was man in der Gegenwart von Alexa sagt . Der Verlauf dieser Anfragen lässt sich über den verknüpften Amazon-Account löschen. Hierzu im entsprechend verknüpften Amazon-Account auf „Meine Inhalte und Geräte“ navigieren. Anschließend die Registerkarte „Mein Geräte“ auswählen und dort durch einen Klick auf die Kachel des Amazon Echos weitere Informationen anzeigen. Dort findet man unter anderem einen Link „Sprachaufzeichnungen verwalten“. Nach einem Klick auf diesen öffnet sich ein kleines Fenster mit einem kurzen Hinweis sowie der Möglichkeit alle Sprachaufzeichnungen zu löschen.

Auch die Verwendung der Smart Home Devices sehe ich noch eher kritisch und bin noch zurückhaltend was die Ausstattung meiner Wohnung angeht. Natürlich ist es super die Tür zu öffnen, alle Hände voll zu haben und einfach zu sagen „Alexa, schalte das Licht an“ und zack das Licht ist an. Aber genauso könnte man sich die tollsten Dinge ausmalen da die Kiste auf einmal selber Kommandos gibt oder bekommt (von wo auch immer die kommen) oder durch TV-Sendungen unerwünschte Bestellungen aufgegeben werden. Natürlich alles eine Sache der Einstellung aber auch immer mit Vorsicht zu genießen.

Mein Fazit

Definitv eine tolle Sache und spannend was bereits mit dieser Technologie möglich ist. Ich möchte mir nicht ausmalen was in 10 Jahren alles möglich ist. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung welche hauptsächlich in der Cloud stattfindet kommen immer mehr Funktionen und Möglichkeiten dazu. Bereits jetzt kann durch Skills der Funktionsumfang von Alexa deutlich erweitert werden. Auf Seiten des Anwenders kann es eigentlich nur technische Weiterentwicklungen für den Amazon Echo oder Amazon Echo Dot geben. In der Cloud werden dann die logischen Funktionen und Befehle implementiert und verbessert. Auch bei meiner Suche in verschiedenen Foren konnte ich eine hohe Bereitschaft von Amazon lesen, welche sehr interessiert sind an Feedback und sich auch die Zeit nehmen sollen Probleme zu analysieren und zu beseitigen. Ich habe leider keine Erfahrungen mit ähnlichen Systemen von Google oder anderen Anbietern, aber für mich allein aus dem Netz zu lesenden Berichten eines der besten Systeme. Ich habe eine relativ kleine Wohnung so dass ich den Amazon Echo nur an einem zentralen Ort positionieren musste um aus nahezu jeder Ecke verstanden zu werden. In größeren Wohnungen mit evtl. mehreren Stockwerken muss man sich dann eben entsprechend eine Mischung aus Echo und Echo Dot erwerben um eine hohe Abdeckung und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis zu bekommen. Ich denke nicht in jedem Raum macht ein solches Gerät Sinn, aber gerade da wo man Vorteile durch die Sprachsteuerung haben möchte, könnte sich ein solches Gerät lohnen.

sebastianbrosch

Ich bin gelernter Fachinformatiker und konnte Erfahrungen in HTML, CSS, JavaScript, jQuery, PHP sowie VB.NET sammeln. In diesem Blog schreibe ich über meine Probleme und Erfahrungen sowie Aritkel aus dem Gebiet der Anwendungsentwicklung.

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1 Antwort

  1. Hubsociety sagt:

    Frage mal Alexa ob sie Verbindung zur CIA hat ;). Heraus kommt folgendes: https://hubsociety.co/fun-viral-news/hat-amazon-echo-verbindung-zur-cia/

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